|
Er fraß nur noch das Nötigste. Er trank aus Langeweile und wenn die Hand der Menschen in den Käfig kam, da hebte er sein Beinchen, weil er geputzt und gekrault werden wollte. Das übernehmen eigentlich die Artgenossen der Degus. Aber wenn keine da sind, dann nimmt man, was man kriegen kann, dachte Dicker sich wohl. Dicker wurde immer träger. Er sah zu, wie die Menschen um ihn herum etwas großes bauten. Aber interessiert schien er nicht daran zu sein, der sonst so neugierige kleine Degumann. Dicker verlernte fast schon seine Lautsprache. Er versuchte nicht einmal zu piepsen, zu trällern oder zu schnattern. Warum auch? Es war ja keiner da, der ihn verstehen oder gar antworten konnte. Also sagte er nichts mehr und blieb traurig sitzen.
Sollte das sein Leben gewesen sein? Sollte das alles gewesen sein, was er erlebt hatte? Er träumte vor sich hin. Im Traum kuschelte er mit seinen Kumpels die nach und nach gestorben sind. Im Traum wurde er von den anderen Degus geputzt und auch er putzte sie. Im Traum hatte er richtig Freude. Er wollte gerade im Traum anfangen sich mit seinen Artgenossen zu unterhalten, als er wach wurde. Er versuchte zu „sprechen“ doch es ging nicht. Es kam kein Deguton über sein Mäulchen. Dicker war so traurig.
Eines Tages kamen die Menschen mit dem großen Transportkäfig in das Wohnzimmer. Dicker wurde nun doch neugierig. Was hatten die Menschen vor? Nein, Dicker wollte nicht zur Tierklinik! In das Teil kam man als Degu nämlich immer rein, wenn man in die Tierklinik fahren musste. „Little Degu“ erzählte ihm oft davon, weil er da schon öfters war. Dicker selber war nur einmal da. Aber das wollte er nicht. Dicker war ganz aufgeregt. Was machten denn die Menschen jetzt? Sie nahmen Heu aus SEINEM Käfig und legten es in den Transporter. Dann nahmen sie SEINEN Sand, den er so schön vollgepieselt hat und schütteten ihn in eine kleine Schüssel und die kam auch in den Transporter. Und nun nahmen sie auch noch SEINE kleine Korkröhre, die er auch so schön vollgepieselt hat weg. Dann machten sie die Transportbox zu und gingen weg.
Jetzt war Dicker wieder alleine und hatte wieder Zeit zu träumen. Er war länger alleine und er langweilte sich. Kein Mensch da, der ihm mal sein Fell kraulte. Kein Mensch da, der sich um ihn kümmerte.
Da .......er hörte was. Die Tür ging auf und die Menschen stellten den Transporter auf den Tisch gegenüber seines Käfigs. Dicker machte sich lang und länger. Er hatte auf einmal einen vertrauten Geruch in der Nase. Er streckte sich und sah ganz viele kleine Degunasen, die sich in der Korkröhre zusammengekuschelt hatten.
|