Degus
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Allgemeines über Degus

Degus leben ursprünglich in den Steppen von Zentral- und Nordchile. Sie gehören zur Familie der Chinchillas und Meerschweinchen, obwohl sie mit beiden Tierarten nicht viel gemeinsam haben. Früher dachte man, dass es eine Rattenart ist. Deshalb nannte man sie auch „Trugratten“. Erst als man das Skelett der Tiere untersuchte stellte man fest, dass sie eher den Chinchillas und den Meerschweinchen zugehören.
Degus sind Rudeltiere und sollte man auf keinem Fall alleine halten. Sie brauchen ihre Artgenossen zum Kuscheln und für die Fellpflege, zum Spielen und zum Streiten ;)
Sie werden in der Regel so 4 bis 6 Jahre alt. In großen Ausnahmefällen können sie auch noch 2 Jahre älter werden.
Man kann einem Degu auch ansehen, wenn er älter wird.
- das Fell wird struppig, weil sie sich selbst nicht mehr pflegen können und auch ihre Artgenossen nicht mehr an sich ran lassen um sie zu pflegen. Oft dulden auch die Artgenossen ein krankes, altes Tier nicht mehr im Rudel..
- die Augen können trübe werden (meist ist es Blindheit, hervorgerufen durch Diabetis)
- die Bewegungen werden viel langsamer. Oft hinken die Degus auch, weil die Gelenke Alterserscheinungen aufweisen
- das Fell wird lichter und dünner, weil die Hormone sich umstellen.
- manche Degus setzen im alter Fett an, andere werden mager, weil sie nicht mehr so gut fressen können
- oft sind sie apathisch und nehmen ihre Umwelt nicht mehr richtig wahr.
- manche Degus feinden ihre Umwelt (Artgenossen und Menschen) an.

Degus brauchen einen großen Käfig, wo sie viel Abwechslung haben und viel knabbern dürfen und können. Bodenwannen sollten nagersicher gemacht werden. Sie beissen einfach alles an und kaputt, was ihnen zwischen ihre Zähne kommt.Man sagt, das Degus nicht wirklich handzahm werden. Unsere sind aber handzahm. Sie kommen zum Kuscheln und Toben zu uns.
Allerdings sollte man beim Freilauf darauf achten, dass sie absolut an nichts rankommen, wo sich nicht ran dürfen. Kabel, Möbel, Tapete, einfach alles wird an- und durchgenagt.
Wenn Degus am Schwanz festgehalten werden, reißt die Schwanzhaut an einer dafür vorgesehenen Stelle. Zurück bleibt ein blutiger Stumpf. Zum Hochheben bietet man ihnen die Hand zum Beschnuppern und Hochklettern. Dann umgreift man mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand von unten den Schultergürtel und schiebt dann die linke unter den Körper. Beruhigendes Ansprechen und Kraulen im Nacken erleichtert das Vorgehen.

Das Futter

Degus neigen durch Fütterungsfehler ( Obst und zuckerhaltige Drops u.ä.) zu Diabetis.
Wir füttern eine Futtermischung aus JR-Farm-Degu-Premium, Blütenmischung, Gemüsemix
und Kräutermischung.
Heu ist dabei allerdings das Hauptfutter.
Frisches Gemüse (Tomaten, Möhren, Eisbergsalat, Löwenzahn, Paprika, Fenchel) sind bei manchen Degus sehr beliebt. Bitte KEINEN Kopfsalat geben, da er oft nitratbelastet ist und auch zu Durchfall führen kann. Möhrengrün darf den Degus unbedenklich geben. Man muss nur darauf achten, dass es aus Bio-Anbau ist.
Kohl sollte in jeglicher Form vom Speiseplan gestrichen werden, da Kohl Blähungen verursacht und zum Tod des Tieres führen kann. Kohlrabi ist da eine Ausnahme.
Bitte den Degus kein Obst wie Äpfel , Birnen, Bananen usw. verfüttern. Diese "Leckerbissen" würden bestimmt gerne genommen werden, aber sie können dem Degu schaden, weil Obst im allgemeinen zu viel Zucker enthält; und Zucker ist für einen Degu lebensgefährlich (Diabetis).
Nüsse bitte auch nur wenig füttern. Sie sind zu fetthaltig und fördern auch den Ausbruch der sogenannten Zuckerkrankheit.
Bei Knabberstangen bitte immer die Inhaltstoffe durchlesen. Es darf kein Zucker oder Honig enthalten.
Katzen- oder Nagergras, was man selber säen kann, ist auch beliebt und gesund. Sehr beliebt
ist die Golliwoog-Pflanze, die sehr viel Vitamine enthält.
Das tägliche Frischwasser darf nicht fehlen. Zwar sagt man, dass Degus nicht besonders viel Wasser trinken, aber wir bieten immer frisches Wasser an. Wenn ein Degu zu viel trinkt, kann das ein Zeichen für die Zuckerkrankheit sein. Muss aber nicht, denn Degus trinken auch oft aus Langeweile.
Die Tiere sollten immer was zum Nagen im Käfig haben. Holz ist dabei am Besten geeignet. Äste von Obstbäumen (Apfel, Birne), Birke, Weide, Haselnuss sind besonders geeignet und diese Zweige und Äste mögen sie auch gerne, wenn frisches Grün vorhanden ist. Die Äste bitte nicht vom Strassenrand herholen. Die Schadstoffe sind lebensgefährlich.
Holz sollte also immer angeboten werden, weil die Zähne nachwachsen. Und zu lange Zähne hindern das Tier am Fressen und es kann im Extremfall zum Verhungern führen.
Auch Nüsse bitte nur in Maßen füttern, weil sie sehr fetthaltig sind. Ab und zu kann man ihnen mal eine Haselnuss oder Erdnuss geben.
Ansonsten sind Degus eigentlich, was das Futter angeht, sehr anspruchslos. Heu ist wie erwähnt das wichtigste Futter, was auch täglich im Käfig vorhanden sein soll.
Äste von folgenden Bäumen können angeboten werden
· Birke
· Weide
· Hasel
· Apfel (ungespritzt!)
Auf keinen Fall Buchen oder Eibe füttern, diese Pflanzen sind generell sehr giftig für die Tiere! Auch Teile von Nadelbäumen haben im Degu-Käfig nichts verloren. Das enthaltene Harz kann den Tieren sehr zu schaffen machen! Unschädlich dagegen sind Bretter, wie man sie z.B. in Baumärkten bekommt. Auch wenn da ein Astloch dabei sein sollte, so kann man von ausgehen, dass das Harz weitestgehend entfernt wurde bzw. abgetrocknet ist.
Es versteht sich von selbst, dass die Bäume nicht in der Nähe einer Straße stehen sollten oder anderweitig verschmutzt sind. Bevor wir die Äste in den Käfig geben, brausen wir sie mit heißem Wasser ab und schrubben sie einmal kurz mit einem Topfschwamm über. Das reicht.

Das Sozialverhalten

Wie schon oft erwähnt, sind Degus sehr gesellige und soziale Tiere. Alleine würden sie nicht überleben können. Ein menschlicher Artgenosse kann den kleinen Tierchen nie das geben, was sie brauchen, nämlich die tägliche Fellpflege und die Kommunikation untereinander. Degus können sich lautstark unterhalten, aber auch so leise (im Ultraschallbereich), dass es für das menschliche Ohr nicht hörbar ist. Die Töne ähneln den Tönen, die Meerschweinchen von sich geben.
In der freien Natur leben sie in großen Kolonien von ca. 100 Tieren. Diese Großkolonie teilt sich dann in mehrere "Familienkolonien" von bis zu 10 Tieren auf. Diese Kleinkolonie wird mit Urin markiert und sippenfremde Tiere werden fern gehalten und das Revier wird durch Kampf und lautstark verteidigt.
Das ranghöchste Männchen besitzt in der freien Natur einen sogenannten "Feldherrenhügel". Das ist der höchste Hügel im Territorium der Sippe. Wird dieser Hügel zerstört, verliert der Oberdegu seinen Rang. Dieser Rang muss dann wieder neu erkämpft werden.
In der Sippe sind die "Rollen" gut verteilt. Ein Wachposten sorgt dafür, dass der Rest des Rudels vor Gefahr gewarnt wird. Dies geschieht durch einen schrillen Pfiff. Ertönt dieser schrille Pfiff, flüchten alle Degus in die nächstgelegene Erdröhre.
Die Weibchen sind nur für die Aufzucht der Jungen da.
Geschlechtreif werden Weibchen mit 2 Monaten und Männchen mit 3 Monaten.
Die Wurfgröße ist in der Regel 4-6 Junge.
Unmittelbar nach der Geburt wird das Weibchen neu gedeckt. Die Tragzeit beträgt 77-90 Tage. So beschränkt sich der Nachwuchs auf ca. 4x in Jahr.
Degubabies werden von allen Weibchen in der Sippe direkt nach der Geburt umsorgt und gesäugt, obwohl sie schon nach wenigen Tagen feste Nahrung zu sich nehmen können. Degus sind Nestflüchter. Sie bleiben aber bis zur 6. Woche in der Familie und sind dann selbstständig. Die Männchen sind für die Futtersuche zuständig. Sie laufen bis zu 40 km am Tag um Futter heranzuschaffen für die Weibchen und Kinder.
Da man ihnen diese Bewegung in Gefangenschaft nicht bieten kann, lieben unsere Degus das Laufrad. Es sollte allerdings mindestens 30 cm Durchmesser haben, damit die Tiere keinen krummen Rücken bekommen und es sollte auch durch ein Laufband gesichert
sein, damit sie sich nicht Füßchen und Schwanz einklemmen können. Unser Laufrad ist ein Eigenbau, komplett aus Holz, kugelgelagert und hat einen Durchmesser von 40cm.
Beim freudigen Kontakt untereinander und beim Paarungsverhalten geben sie ein langanhaltendes ausdauerndes, leises Trillern von sich. Abwehrende Degus quäken gedehnt. Dies leitet oft einen kurzen Streit ein. Der Warnruf ist zweisilbig und klingt in etwa wie ein schriller Pfiff. Je nach Intensität des Rufes flüchten alle Degus aus der Gruppe in ihr Versteck oder lassen alles stehen und liegen und beobachten ihre Umgebung.
Entspannte Degus nehmen eine kauernde Haltung ein, bei der das Fell leicht gesträubt sein kann, wenn ihnen kühl ist. Ansonsten liegt das Fell an und wird nur bei Krankheit oder Imponiergehabe gesträubt.
Degus begrüßen sich mit "Küsschen" (Nasen-Lippen-Kontakt) und beknabbern sich oft anschliessend an Kinn , Kehle und Hals. Eine besondere Freundschaftsgeste ist das "Aufreiten", das der Paarung ziemlich ähnlich sieht. Das Geschlecht der jeweiligen Sozialpartnern ist dabei völlig egal. Das aufreitende Tier beknabbert Rücken und Nackenfell seines Artgenossen, wobei auch hierbei trillernde Laute zu hören sind, die allerdings sehr leise sind und oft nur aus nächster Nähe zu hören sind.
Machtkämpfe werden täglich ausgeführt. Bei Tieren, die sich sehr lange kennen, ist das eher spielerisch. Wenn ein Männchen in einer größeren Gruppe durch Kampf "enttrohnt" wird, kann man ihm das psychisch ansehen. Er ist appetitlos, sondert sich von den Aktivitäten der Gruppe ab und ist Spielanträgen jüngerer Tiere gegenüber gleichgültig.
Kämpfe mit weiblichen Degus gibt es eher selten bis gar nicht.
 

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